Landesirrenanstalt Teupitz - Secret Films

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Landesirrenanstalt Teupitz
Das Gelände befindet sich nur eine gute halbe Autostunde von Berlin entfernt und verbirgt ein dunkles Kapitel der Geschichte. Die Bezeichnungen der Häuser klingen schon Sonderbar wie z.B.: „Haus für halbruhige Kranke“, „Haus für zerstörungssüchtige Frauen“ oder auch „Haus für verblödete Kranke“. Diese Namen würden vor gut 100 Jahren festgelegt. Die Landesirrenanstalt wurde zwischen 1905 bis 1908 erbaut und sollte Platz für 1.660 Patienten bieten.
 
Anfang der 40er Jahre beginnt das erste dunkle Kapitel. Die Klinik wurde der Tötungsanstalt Bernburg untergeordnet, hier hat das NS-Regime das Euthanasie Programm T4 durchgeführt. In diesem Programm wurden: geistig & körperlich Behinderte, Geisteskranke oder Asoziale Personen als unwertes Leben definiert und deren Vernichtung vorgesehen. Allein in Teupitz wurden dadurch mehr als 1.500 Leben ausgelöscht.
 
MfS in der Psychiatrie Teupitz, leitet das zweite dunkle Kapitel ein.
Die Aufmerksamkeit des MfS galt vielen unterschiedlichen öffentlichen medizinischen Einrichtungen, aber besonders konzentrierte sich das MfS auf Psychiatrien. Der Staatssicherheit waren hier durch die „Operative Medizin“ neue Hebel gegeben um die spezifischen politischen Probleme unter Anwendung von Hypnose und Suggestologie zu lösen. Der Missbrauch der Medizin für die Zwecke des Ministeriums für Staatssicherheit wurde durch die Gründung der Abteilung 10 des ZMD unbemerkbar möglich.
 
Die Abteilung wurde zum Jahresbeginn 1975 geschaffen. Das Medizinische Personal dieser Abteilung war auf den Gebieten der „Operativen Medizin“ und der „Operativen Psychologie“ tätig. Zu den Aufgaben dieser Abteilung gehörte das Hineinwirken in das Staatliche Gesundheitswesen, wie in Krankenhäuser, Polikliniken und wissenschaftliche Einrichtungen unter Nutzung von Spezialisten (wie z.B. Fachärzte) zur Bewältigung von „Operativ-medizinischen und operativ-psychologischen“ Aufgaben. Die Einbindung in dieser Abteilung und somit zum MfS wurde gründlich vertuscht und sollte niemals bekannt werden. Das MfS hatte eine enge Zusammenarbeit mit dem Chefarzt aus der Landesirrenanstallt Teupitz gepflegt, so konnte diese für ihre Zwecke mit Hilfe der „operativen Medizin“ nutzen. Für die geleistete Arbeit der Spezialisten sind zusätzliche finanzielle und materielle Zuwendungen geflossen. Für diese inoffiziellen Fachärzte des MfS gab es regelmäßige Zusammenkünfte.

Die Staatssicherheit hatte große Personalprobleme, da die Kadergewinnung äußerst schwierig war und das Interesse in den langjährigen Dienst der bewaffneten Organen anzutreten stark zurückging und dann auch noch unter den Interessierten viele durch die Kaderpolitische Prüfung gefallen sind. Suchte das MfS Händeringen nach neuen Personal. Das MfS hat zielgerichtet nach familiengelöste Kinder und Jugendliche gesucht und zur Kadergewinnung auf Basis der Freiwilligkeit angeworben. Dadurch konnten die Heranwachsende isoliert und Kaserniert erzogen, beeinflusst und gedrillt werden. Das MfS sorgte sich anschließend um eine Berufsausbildung. In der Psychiatrie Teupitz wurden unter anderem auch Eliteeinheiten ausgebildet. Der ZMD gab Offizieren 1985 Ratschläge wie mit Menschen, deren Persönlichkeitsentwicklung noch im Fluss ist umzugehen ist. Sie arbeiten mit Schülern, Lehrlinge oder Jungfacharbeitern, diese verlangen eine besondere Sorgfalt, weil viele haben von ihnen nicht die nötige Reife, können keine Verantwortung für andere tragen und können keine persönlichen unangenehmen Dinge ertragen, dass müssen sie aber können, wenn sie im vollen Umfang unsere Mitarbeiter werden.

Folterungen und Misshandlungen standen in Teupitz an der Tagesordnung. Patienten wurden je nach Laune des Pflegepersonals geschlagen und zur Bestrafung wochenlang in einer Zelle gesperrt oder nur mit Schleimkost (3x täglich in Wasser geschleimte Haferflocken) versorgt um ihren Willen zu brechen. Zeigte die Schleimkost keine Wirkung wurden den Patienten täglich bis zu 6x Spritzen über Wochen verabreicht, um ihn zu einem willenlos Wrack zu machen. Medizinische Mittel, Methoden und Möglichkeiten die das MfS Anwendetet hat, waren zahlreich, unter anderem befand sich auch der sogenannte "Luftkopf". Zum Nachweis angeblicher Hirnatrophie und für weitere Therapie mittels Elektroschockbehandlung (ohne  Narkose). Um die "Luftköpfe " herzustellen, musste man dem Probanden im Sitzen im Rückenbereich mit einer langen Nadel den Rückenmarkskanal punktieren und dann mit einer Spritze Luft verabreichen. Die Luft gelangte so in die Liquorräume des Gehirns. Dem Patienten bereitete das  schon erhebliche Schmerzen. Anschließend wurden Röntgen-Aufnahmen gemacht, die "Aussagen" über die Hirnmasse und deren Funktionstüchtigkeit machten und die eine Elektroschocktherapie ermöglichten. Ohne Narkose bereitete es den Patienten extreme Schmerzen und erzeugte epileptische Anfälle, die das Opfer nur durch die einsetzende Bewusstlosigkeit, für längere Zeit erlöste.

Als ein Arzt der Einrichtung, eine Anzeige gegen den Chefarzt, wegen seiner brutalen Vorgehensweise gestellt hatte wurde er selber in der Klinik  eingewiesen, wegen angeblichen Wahnvorstellungen. Nach geltendem DDR-Recht war der Chefarzt, der unter den Patienten „Iwan der Schreckliche“ genannt wurde, ein Straftäter. Das Handeln hatte aber keine Konsequenzen, da man eine enge Zusammenarbeit mit dem MfS pflegte. Die Behörden kannten die Zustände der Anstalt, aber anstatt in zu bestrafen, belohnten sie noch seine brutalen Misshandlungen mit dem Titel „Verdienter Arzt des Volkes“. 

Seit dem Abzug der russischen Streitkräfte im Jahr 1997 steht das gut 16 Hektar große Areal bis heute brach. Die Gebäude werden ihren Verfall und deren Besuchern überlassen. Es waren schon viele Schrottdiebe am Werk, aber auch einige Geisterjäger, da sich viele in Foren austauschen oder vielleicht auch ihre Fantasie freien Lauf lassen. Es tummeln sich auch einige Spaziergänger und Hobby-Fotografen auf dem Gelände. Das Gelände unterliegt den Brandenburgischen liegenschaftsfonds und wird durch eine Sicherheitsfirmer überwacht.


Auf dem Gelände existierte:
  • 2 Verwaltungsgebäude mit Direktorenwohnhaus und 2 Ärtzewohnungen
  • Maschinengebäude mit Werkstätten und Wasserturm
  • Leichenhalle mit Anstalts- und Gemeindefriedhof
  • Küchengebäude mit Festsaal
  • 8 Krankenhäuser für Männer
  • 8 Krankenhäuser für Frauen
  • 2 Beamtenwohnhäuser
  • Wäschereigebäude
  • Kegelbahn
Landesirrenanstalt Teupitz - Krankenhäuser, in Brandenburg


Letzte Änderung:14.09.2015


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